02.11.2020

Palfinger trotzt der Pandemie

Der österreichische Kranbauer Palfinger hat die Ergebnisse für das dritte Quartal veröffentlicht, die nahelegen, dass das Unternehmen angesichts der Herausforderungen der Pandemie weiterhin relativ gut abschneidet.

Der Gesamtumsatz in den ersten neun Monaten des Jahres lag mit 1,1 Milliarden Euro nur 15 Prozent unter dem Wert des Vorjahreszeitraums, was vor allem auf eine Belebung im dritten Quartal in weiten Teilen Europas, Russlands, Chinas und Südamerikas zurückzuführen ist. Der Gewinn vor Steuern ging um 45,4 Prozent auf 58,5 Millionen Euro zurück, während die Nettoverschuldung von 577 Millionen Euro auf 459 Millionen Euro reduziert werden konnte. Auch die Mitarbeiterzahl verringerte sich im Jahresvergleich, und zwar um gut 200.

Der Vorstandsvorsitzende Andreas Klauser sagt: „Palfinger hat die erste Phase der Krise souverän gemeistert und ein Höchstmaß an Stabilität bewiesen. Diesbezüglich gilt es insbesondere die Leistungen der Mitarbeiter zu würdigen. Darüber hinaus treiben wir den laufenden Transformationsprozess gezielt voran, um in einem sich rasch ändernden Marktumfeld weiterhin erfolgreich zu operieren.“

Klauser weiter: „Die bereits im März eingeleiteten Maßnahmen zur Liquiditätsoptimierung zeigen Wirkung: Die Nettofinanzverschuldung erreicht mit 459 Millionen Euro den tiefsten Stand seit Januar 2016, die Liquiditätsreserven wurden deutlich erhöht und Bestände sowie Forderungen optimiert. Der Free Cash Flow konnte von 56,1 Millionen Euro in der Vergleichsperiode auf 96,3 Millionen Euro gesteigert werden. Wir erarbeiten gemeinsam mit unseren Kunden und Partnern rasch und flexibel innovative Lösungen. Gemeinsam schaffen wir Werte.

Sein Blick in die nahe Zukunft: „Wir gehen davon aus, dass die wirtschaftlichen Auswirkungen der Krise auch das Jahr 2021 dominieren werden und streben für das Gesamtjahr einen Umsatz von über 1,5 Milliarden Euro und ein EBIT von 100 Millionen Euro an.“

Die mittelfristigeren Finanzziele will der Konzern dennoch nicht aufgeben oder aus dem Auge verlieren. Diese Ziele – zwei Milliarden Euro Umsatz über organisches Wachstum, zehn Prozent durchschnittliche EBIT-Marge und zehn Prozent durchschnittlicher ROCE über den Wirtschaftszyklus – erhält der Kranbauer aufrecht, verschiebt deren Realisierung allerdings um zwei Jahre nach hinten: auf 2024.


Vertikal Kommentar

Dies ist ein relativ gutes Ergebnis von Palfinger, dem es gelungen ist, sich unter den gegebenen Umständen gut zu behaupten. Für das Gesamtjahr rechnet er nun damit, dass der Rekordumsatz des Vorjahres von 1,75 Milliarden Euro um rund 10 bis 14 Prozent unterschritten wird.

Das Unternehmen hat zwar noch nicht die kompletten Quartalszahlen vorgelegt, aber insgesamt ist es ermutigend, dass sich die Aktivität gegenüber dem zweiten Quartal zu verbessern beginnt. Es bleibt zu hoffen, dass der jüngste Anstieg der Corona-Fälle und die Lockdown-Phasen nicht zu lange andauern oder zu große Auswirkungen auf die Wirtschaft haben werden.

Positiv ist, dass viele Unternehmen ihre Schulden abbauen und ihre Nachhaltigkeit verbessern – hoffentlich nicht auf Kosten der Zulieferer und Partner.

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