13.11.2020

Nach der Tunnelschere nun der Felsenboom

Neue Höhenzugangstechnik aus dem hohen Norden: Die norwegische Firma Hybeko, als Vertragshändler bestens vertraut mit Genie-Bühnen, hat ein 26-Meter-Teleskop S-85 XC aus der Xtra Capacity-Baureihe zu einem Spezialboom für Felsberäumungs- und Bohrarbeiten weiterentwickelt.

Zu den wichtigsten Ausstattungsmerkmalen der neuen Hybeko RS-85 XC gehören ein speziell gefertigter Aluminiumkorb mit Schutzdach und Bohrer-Halterung, innenliegende Hydraulikschläuche im Teleskopausleger sowie eine integrierte Anhängevorrichtung für einen Generator- und Kompressor. Dadurch sollen Felsarbeiten von der Bühne aus zum einen sicherer werden und zum anderen produktiver durchgeführt werden können.
Die neue Hybeko RS-85 XC

Die neue Hybeko RS-85 XC, im Englischen so griffig Rock-Scaling Boom genannt, basiert auf Genies extra starkem Modell S-85 XC, weil dieses mit seiner extrem robusten Bauweise, dem XC-typisch verstärkten Ausleger, einer Arbeitshöhe von 26 Metern und knapp 23 Metern seitlicher Reichweite geradezu ideal sei als Ausgangspunkt für die Entwicklung der neuen Speziallösung, berichtet Hybeko-CEO Espen Johannessen.

Doch das braucht Zeit: „Von den ersten Entwürfen über umfangreiche Tests bis zur Erlangung der CE-Zulassung durch Rambøll [eines von zwei norwegischen Unternehmen, die eine CE-Zulassung vergeben Anm.d.Red.] lief das Projekt über rund zwei Jahre.“ Die Entwicklung erfolgte zusammen mit dem slowenischen Hersteller von Gesteinsbohrausrüstung Oprema Ravne.

Für Hybeko ist dies eine zweifache Premiere: Es handelt sich um die erste Maschine ihrer Art in Europa, die von Rambøll die CE-Zulassung für Felssicherungs- und Beräumungsarbeiten erhalten hat, und zudem schwingt sich Hybeko zum verantwortlichen Hersteller der gesamten Maschine auf.

Im Fahrwasser des großen Erfolgs seiner Tunnelschere 3390 RT – bei den IAPA Awards 2019 als Produkt des Jahres bei Scheren- und Vertikalmastbühnen ausgezeichnet – hat sich das norwegische Unternehmen daran gemacht, die RS-85 XC für die Felsberäumung zu entwickeln. Und sich damit weiter als Entwickler von Spezialmaschinen zu empfehlen.
Der Korb und damit die Bedienersicherheit waren bei der Entwicklung zentral

Hintergrund
Der erste Schritt bei jeder Felsstabilisierung ist die sogenannte Felsberäumung. Hierbei geht es im Allgemeinen um die Entfernung von losem Gestein, Gestrüpp und Bäumen an einem Hang oder einer Klippe. Dies ist unter anderem nötig, um Autobahnen, Eisenbahnstrecken, Wanderwege und Staudämme, die durch Felseinschnitte führen, freizuhalten und zu sichern.

Während einige Hänge jährlich bearbeitet werden müssen, hat man an anderen Stellen nach einer sorgfältigen Beräumung ein paar Jahre Ruhe. Bei den Arbeiten, die häufig manuell mittels Felsstangen – speziellen Brechstangen für Stein – oder mit Bohrgerät und anderen Methoden erfolgen, kommen auch regelmäßig Arbeitsbühnen zum Einsatz.

Im bergigen Norwegen gibt es nur wenige Straßen und Autobahnen, die nicht durch Berghänge führen. Aus diesem Grund ist die Felsberäumung eine gängige, wenn auch mit Risiken behaftete Praxis. Hybeko-CEO Espen Johannessen sagt: „Nach unseren Erkenntnissen waren die bis dato erhältlichen Arbeitsbühnen weder für diese Arbeiten angemessen ausgestattet noch offiziell von einer zertifizierten Institution dafür zugelassen.“

Das hat sich nun geändert: Die ersten sechs Maschinen gingen diesen Sommer an zwei norwegische Vermietunternehmen, Høyde-Teknikk und Drammen Lift, sowie an das staatliche Bauunternehmen Mesta.

Hybeko mit Hauptsitz im 130 Kilometer südlich von Oslo gelegenen Skien sowie Niederlassungen in Bergen, Trondheim und Lillestrøm hat sich auf Produktion, Import und Vertrieb von Höhenzugangs- und Krantechnik spezialisiert und ist autorisierter Genie Vertriebspartner. Das 1972 gegründete Unternehmen beschäftigt ein Team aus 59 Mitarbeitern.

Kommentare

Diese Website verwendet Cookies, um ein optimales Benutzererlebnis zu gewährleisten. Mit dem Besuch dieser Website erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Weitere Informationen
OK